Die Lage der Allianz im Jahre 1945

Je länger der Krieg gedauert hatte, desto schwieriger war es für die Allianz geworden, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten: Die Schäden stiegen rapide an. Es herrschte Arbeitskräftemangel. Bombardierungen zerstörten die Geschäftsräume und lähmten die Arbeitsabläufe. Bei Kriegsende war ein Großteil der Vermögenswerte der Allianz vernichtet. Der Immobilienbesitz war durch Kriegsschäden, Beschlagnahme und Verstaatlichung dezimiert. Die Prämienzahlungen erlahmten weitgehend.


Reichsanleihen waren Staatspapiere die von der Reichsschuldenverwaltung zur Finanzierung von Investitionen aber auch für die Kriegführung ausgegeben wurden

Die Versicherungsgesellschaften hatten bis 1945 immer größere Anteile ihrer verfügbaren Mittel in Reichsanleihen anlegen müssen. 1942 war diese Anlagequote auf 75 Prozent festgelegt worden. Mit dem Ende des Krieges waren solche Papiere wertlos geworden. Bilanztechnisch war die Allianz im Mai 1945 im Prinzip bankrott.

Trotzdem nahmen einzelne Mitarbeiter noch im selben Monat die Arbeit wieder auf: Sie räumten auf, sicherten Material, machten erste Bestandsaufnahmen und bereiteten Anträge vor, um von den lokalen Behörden Betriebsgenehmigungen zu erhalten.