Entnazifizierung: Das Beispiel Kurt Schmitt

Im September 1945 wurde das Programm der Entnazifizierung auch auf das Spitzenpersonal der Wirtschaft ausgedehnt. Davon betroffen waren auch mehrere Direktoren und Mitglieder des Vorstands der Allianz sowie Kurt Schmitt, der ehemalige Generaldirektor und langjährige Aufsichtsrat der Allianz.


Kurt Schmitt mit seinem Verteidiger vor der Spruchkammer Starnberg (1947) (Ullstein Bilderdienst)

Im Sommer 1945 wurde Kurt Schmitt von den amerikanischen Militärbehörden aller seiner Ämter enthoben und mit Berufsverbot belegt. Das Entnazifizierungsverfahren zog sich über die folgenden vier Jahre hin, während derer Kurt Schmitt nicht arbeiten durfte. Er war in dieser Zeit zweimal in Straflagern inhaftiert und der Zugriff auf sein Vermögen war beschränkt. 1946 wurde Schmitt zunächst in die oberste Strafkategorie als "Hauptschuldiger" eingeordnet. Das Urteil wurde zunächst in mehreren Instanzen überprüft. 1949 wurde Schmitt als "entlastet" frei gesprochen. Wegen Formfehlern hob das Kassationsgericht dieses Urteil wieder auf und Kurt Schmitt wurde schließlich in die niedrigste Strafkategorie als "Mitläufer" eingestuft. Er musste eine Geldstrafe sowie die Kosten des Gerichtsverfahrens bezahlen.