Die jüdischen Mitarbeiter der Allianz

Die Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung begann mit dem gesetzlichen Ausschluss der jüdischen Beamten aus dem öffentlichen Dienst. Aber auch im Bereich der Privatwirtschaft wurde es für Juden immer schwieriger, ihre Arbeitsplätze zu behaupten. Jüdische Mitarbeiter in exponierter Stellung wurden dabei die ersten Opfer des antisemitischen Klimas, so auch bei der Allianz.

 

Die jüdischen Mitarbeiter der Allianz

1934 musste beispielsweise James Freudenburg als Vorstand einer Frankfurter Tochtergesellschaft der Allianz zurücktreten. Im Alter von 61 Jahren wurde er 1936 pensioniert. James Freudenburg gelang es nicht, Deutschland zu verlassen: er wurde deportiert und 1944 in Auschwitz ermordet.

Maximilian Eichbaum leitete die Zweigniederlassung der Allianz in Magdeburg. Er verlor seine Stellung im Jahr 1935. Pläne, die Geschäftsleitung einer Tochtergesellschaft der Allianz in Österreich zu übernehmen, erwiesen sich als nicht realisierbar. 1937 emigrierte Eichbaum mit seiner Familie nach Südafrika. Die Allianz beschäftigte ihn dort bei einer befreundeten Versicherungsgesellschaft.

Denunziationen, rassistisch motivierte Angriffe aus Parteiorganisationen und der Bevölkerung sowie immer neue gesetzliche Bestimmungen führten dazu, dass Unternehmen nach und nach ihre jüdischen Mitarbeiter entließen.

Bei der Allianz bedeutete dies, dass schließlich auch Verträge mit jüdischen Generalagenten wie etwa Martin Lachmann aus Berlin nicht mehr verlängert wurden. Martin Lachmann durfte ab 1939 nicht mehr arbeiten. Während Teile seiner Familie bereits Mitte der 1930er Jahre nach Schweden emigrierten, zögerte Martin Lachmann zunächst, Deutschland zu verlassen.

Als die Lebensverhältnisse für die jüdische Bevölkerung ab 1938 immer bedrückender wurden, entschloss er sich schließlich doch zur Auswanderung. Seine Bemühungen scheiterten jedoch. Martin Lachmann musste in Deutschland bleiben und wurde nach Minsk deportiert. Im November 1941 wurde er dort ermordet.