Ideologisierung des Arbeitsalltags bei der Allianz

Die Werkschar der Allianz beim Aufmarsch zum 1. Mai in Berlin

Die Allianz war wie alle Unternehmen Teil der Geschichte dieser Zeit: Bereits 1933 wurden Mitarbeitervertretungen durch NSDAP-Aktivisten besetzt. Die bisherigen frei gewählten Betriebsräte wurden abgesetzt.

Die Funktionäre der nationalsozialistischen Betriebsorganisation hatten die Aufgabe, die Mitarbeiter im Sinne der NS-Ideologie zu mobilisieren und zu indoktrinieren. Dies geschah durch regelmäßig inszenierte Rituale: quasimilitärische Betriebsappelle, die Übertragung von Reden Hitlers in den Betrieb und Hakenkreuzsymbolik zu jeder Gelegenheit. Seit 1933 wurden die jüdischen Mitarbeiter teils auf staatlichen Druck teils auf Druck nationalsozialistischer Kräfte innerhalb des Unternehmens hin entlassen.

Durch das Engagement in Interessenverbänden der Privatwirtschaft versuchte die Allianz Verstaatlichungsplänen des Regimes entgegenzuwirken. Dabei waren die Repräsentanten der öffentlich-rechtlichen Versicherungsunternehmen die wichtigsten Gegner der Privatversicherungen. In ihren Gremien waren viele politische Mandatsträger vertreten. Sie versuchten über ihre politischen Verbindungen, für sich ein größeres Geschäftsvolumen zu erreichen.