Der Krieg prägt das Geschäft: Neue Versicherungsbedürfnisse

Seit dem Überfall Deutschlands auf Polen im Jahre 1939 prägten die mit dem Krieg verbundenen Risiken die Geschäftsentwicklung der Versicherungsunternehmen. Für das Wirtschaften in Kriegszeiten galt die Maxime, die neuartigen Gefahren zu minimieren und neue geschäftliche Potenziale maximal zu nutzen. Kriegseinwirkungen beeinträchtigten das Geschäft insgesamt; bei Kriegsende stand die Allianz gar vor dem Ruin. Bis 1943 war es dem Unternehmen dennoch gelungen seine Umsätze erheblich zu steigern.


Schülerkalender von Allianz Leben 1940/41

Die wichtigsten Geschäftsfelder waren dabei die Transport-, die Bauwesen-, die gewerbliche Feuerversicherung und die Lebensversicherung. Um die steigenden Forderungen der Versicherten abzudecken, wurden Versicherungspools gegründet. So wurden kriegsbedingte Großrisiken abgesichert. Sachschäden, die unmittelbar aus Kriegshandlungen resultierten, deckten die Versicherungen nicht ab. Außerdem wurden Zusatzprämien erhoben. Für Lebensversicherungen führten die Gesellschaften ein Umlageverfahren und individuelle Gefahrenzuschläge ein.

Bis etwa 1943 konnte so die Allianz ihre Ertragslage stabil halten, obwohl sich zum Beispiel die Zahl der Kriegstoten, für die Lebensversicherungen ausgezahlt werden mussten, im Zeitraum von 1941 bis 1943 mehr als vervierfachte.