Die staatliche Erfassung jüdischer Vermögenswerte

Seit Anfang 1937 hatte das NS-Regime den politischen und wirtschaftlichen Druck auf die jüdische Bevölkerung erheblich gesteigert. Der politische Hintergrund dieses Vorgehens war der Vierjahresplan. Damit sollte Deutschlands Wirtschaft für den Krieg vorbereitet werden. In diesem Zusammenhang steht auch die Enteignung jüdischer Vermögenswerte.


Formular zur Registrierung des Vermögens der jüdischen Bürger (1938) (Landesarchiv Berlin)

Im Frühjahr 1938 erließ Hermann Göring eine Verordnung, die alle jüdischen Bürger des deutschen Reiches dazu verpflichtete, eine detaillierte Übersicht ihres Vermögens zu erstellen. Meldepflichtig waren Vermögen im Wert von mehr als 5.000 Reichsmark.

Die Betroffenen mussten auf amtlichen Formularen Angaben zu ihrem gesamten Besitz an Grundstücken und Immobilien, Bargeld, Wertpapieren, Lebensversicherungen, Kunstgegenständen, Schmuck und Edelmetallen machen. Diese Informationen dienten den Behörden fortan als Grundlage für die "Arisierung" jüdischer Unternehmen und die systematische Ausplünderung der Juden nach der Pogromnacht.