Jüdische und nicht-jüdische Kunden der Allianz

Mehrere Millionen Menschen hatten in den 1930er und 1940er Jahren eine Lebensversicherung bei der Allianz. Die Zahl der Kunden wuchs besonders in den Jahren unmittelbar vor und nach Kriegsbeginn stark an.

Genau lassen sich diese Zahlen nicht beziffern, denn sie umfassen auch kollektive Versicherungsverträge mit Institutionen des Staates oder der Partei. Es handelt sich dabei um Rahmenverträge, die bei gleichen Konditionen mit einer großen Anzahl z.B. von Angehörigen einer Berufsgruppe wie den Lehrern abgeschlossen wurden.

Beim Abschluss eines Versicherungsvertrages war das religiöse Bekenntnis des Kunden für die Versicherungsgesellschaft nicht von Bedeutung. Mithin gab es bei der Allianz keine Kategorie oder besondere Kennzeichnung für jüdische Versicherungsnehmer. Über die Unterlagen zu Lebensversicherungspolicen war die Unterscheidung zwischen jüdischen und nicht-jüdischen Versicherten prinzipiell nicht möglich.

Nur soweit Lebensversicherungsakten noch vorhanden sind, lässt sich anhand von Indizien unter Umständen ermitteln, ob es sich bei dem Versicherungsnehmer um einen jüdischen Kunden der Allianz gehandelt hat. Aus den vorhandenen Informationen lässt sich der Anteil der jüdischen Kunden in den Lebensversicherungsbeständen der Allianz annäherungsweise schätzen.