Das Engagement der Allianz für die Opfer der Enteignung

Im Frühjahr 1997 wurden vor einem New Yorker Gericht gegen mehrere europäische Versicherer Klagen eingereicht. Den Unternehmen wurde vorgeworfen, Lebensversicherungspolicen jüdischer Kunden aus der Zeit vor dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft nicht ausbezahlt zu haben.

Die Allianz bemühte sich, diese Vorwürfe zu klären und ihrer historischen Verantwortung gerecht zu werden:

Im April 1997 richtete die Allianz die "Helpline for Holocaust Inquiries" ein, um schnell und unbürokratisch Auskünfte zu Lebensversicherungen zu erteilen. Es fand sich nur eine sehr kleine Zahl anscheinend unausbezahlter Policen von Allianz Leben. In allen diesen Fällen wurden Auszahlungsangebote gemacht.


Anzeige in der New York Times (1997)

Gleichzeitig beauftragte Allianz Leben eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, eine unabhängige Untersuchung der Archive des Unternehmens durchzuführen.

Allianz engagiert sich als Gründungsmitglied seit 1998 in der Internationalen Kommission für Versicherungsansprüche aus der Holocaust-Ära (ICHEIC) und seit 1999 in der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft.

Bereits im Februar 1997 beauftragte die Allianz den Wirtschaftshistoriker Prof. Gerald D. Feldman (University of California, Berkeley), die Geschichte der Allianz in der NS-Zeit zu erforschen. Die Ergebnisse wurden in einer wissenschaftlichen Studie im Jahr 2001 in deutscher und englischer Sprache veröffentlicht.