Die Entschädigung enteigneter Lebensversicherungspolicen nach 1945

Enteignete Lebensversicherungen wurden nach den Prinzipien entschädigt, wie sie die Gesetze zur Wiedergutmachung für Opfer nationalsozialistischer Verfolgung von 1949 und 1953 formulierten. Die Geschädigten sollten mit Hilfe der staatlichen Wiedergutmachungszahlungen nicht verfolgten Personen finanziell gleichgestellt werden. Die Bundesrepublik übernahm diese Zahlungen, weil sie sich in der Rechtsnachfolge des III. Reiches sah. Die Kosten für diese Entschädigung trägt der Staat, ausgezahlt wird über die Wiedergutmachungsbehörden.


Kommentar zum Bundesentschädigungsgesetz

Die Ansprüche betrafen einerseits Policen, die verfolgungsbedingt vorzeitig gekündigt wurden, andererseits auch Policen, die der Staat direkt enteignet hatte.

Die Versicherungsunternehmen unterstützten die Entschädigungsverfahren in zweifacher Weise: Sie halfen den Anspruchstellern bei der Suche nach Unterlagen über ihre Lebensversicherung und berechneten die individuellen Entschädigungsbeträge im Auftrag des Staates.

Die Bundesrepublik Deutschland zahlte gemäß dem Luxemburger Abkommen von 1952 mehrere 100 Millionen DM an die Conference on Jewish Material Claims against Germany. Damit und über zusätzliche Zahlungen an jüdische Nachfolgeorganisationen wurden erbenlose und nicht angemeldeten Vermögensansprüche abgegolten.